1.7. – 30.07.2013 – Neufundland Teil II – 3.849 km

1.7. = Canada Day!!!
Es nebelt noch immer. Ich will hier vom Cape St. Mary und dem Vogelfelsen weg, bevor ich noch einen Nebelkoller bekomme. Angeblich nebelt es hier mehr als 200 Tage im Jahr, insbesondere im Sommer, wenn warme, feuchte Luft über das kalte Wasser weht.

Wir verlassen Cape St. Marys ohne die Vogelfelsen gesehen zu haben. Die Hoffnung auf besseres Wetter erfüllt sich allerdings auch Richtung Norden nicht. Wir legen einen Stopp am Castle Hill in Placentia ein (im Kanada-Pass enthalten). Hier stehen noch die Reste einer französischen Festung aus dem 17. Jhd. Da wir inzwischen so viel über die Kämpfe zwischen Briten und Franzosen in Neufundland gelesen haben, sind wir überfüttert mit Infos und verlassen das Museum schon nach kurzer Zeit. Allerdings erst, nachdem Hans seine Arbeit erledigt hat …

Wir machen einen schönen Abstecher über Chapel Arm und Normans Cove/Long Cove, wo auch der Nebel ein wenig aufreißt. Wir überlegen, ob wir am Friedhofsparkplatz stehen bleiben und dort einen kurzen Trail an die Klippen laufen. Uns ist schon wieder ein PickUp gefolgt. Leicht genervt lassen wir uns auf ein Gespräch ein und verabschieden uns nach einigen Minuten mit der Entschuldigung, dass wir noch immer nicht zu Mittag gegessen haben. Nach einer Weile klopft es. Er steht wieder vor der Tür und hat uns 3 tiefgefrorene Moose-Steaks (Elch), ein riesiges Stück Lachs und 7 Heringe mitgebracht. Er gibt uns noch sein Kärtchen. Wenn wir wieder in Deutschland seien könnten wir uns ja mit etwas typisch deutschem revanchieren und ihm zuschicken. Unglaublich!

Unser weiterer Weg führt uns wieder in den Süden auf die Burin-Peninsula. Die 200 km lange, einsame Strecke dort runter hält, was sie verspricht. Die Landschaft ist ein Traum: Wald, durchzogen von dunkelblauen Seen, hügelig, blauer Himmel, Sonnenschein. Wir haben die Straße mal wieder für uns allen und genießen den Ausblick.

Wir machen einen Umweg nach Bay L´Argent, das wunderschön in einer Bucht liegt. Von hier aus geht die Fähre auf die Connaigre Peninsula. Wir wissen, dass dies nur eine Personen- und Frachtfähre ist, haben aber gehört, dass auch Autos mitgenommen werden. Nachdem wir die Touri-Info, die Supermarkt-Susi und sämtliche verfügbaren Personen damit genervt haben, müssen wir leider feststellen, dass das auch für uns nicht geht. Bei der Fähre handelt es sich um ein relativ kleines Schiffchen. Wir werden also den kompletten Weg zurückfahren müssen, dann auf die Connaigre Peninsula und auch von dort wieder 200 km zurück, da es sich auch hier um einen „One-Way“ handelt und es keinen Rundweg gibt (s. Karte am Ende des Berichts).

Da es uns hier so gut gefällt, pilgern wir noch weiter bis Harbour Mille. Was uns hier hinter der letzten Kurve erwartet, ist ein Sommertraum. Eine Hand voll leuchtend weißer Häuschen in einer kleinen Bucht mit Hafen. Kaum sind wir ausgestiegen, werden wir auch schon auf die Dorfwiese eingeladen. Da gestern am Canady-Day das Wetter so schlecht war, hat man kurzerhand das Grillen auf heute verlegt und wir sind herzlich eingeladen. So verdrücken wir erst mal Hamburger und Hotdog und werden dabei gleich in die Gruppe aufgenommen. Wir verbringen hier einen netten Nachmittag. Zum Feuerwerk am Abend bleiben wir allerdings nicht mehr.

Wir setzen unseren Weg fort über Marystown bis nach Burin. An der Feuerwehr ist gerade „Leben in der Bude“ und, da ich für die Kommunikation zuständig bin, frage nach einem schönen Stellplatz für die Nacht. Allerdings versteht man mich hier kaum. Der Dialekt der Newfies ist schon heftig. Doch dann bietet uns einer der Männer an, hinter ihm her zu fahren. Er würde uns zu einer wunderschönen kleinen Beach führen. Hans kann allerdings dem 5 km entfernten Leuchtturm nicht widerstehen, wo wir ganz allein stehen und die Nacht verbringen.

Am nächsten Tag umrunden wir die Burin-Peninsula.

Am Nachmittag bleiben wir in Frenchman´s Cove am Provincial Park stehen. Wir treffen Glen und Tasha aus der Nähe von Holyrood bei St. Johns, die gerade ihren ersten Camper gekauft haben und hier ihre erste Urlaubswoche damit verbringen. Da die beiden am Nachmittag mit ihrem PKW auswärts sind, bieten sie uns gleich mal ihr Kanu an … Wohlgemerkt stehen wir ja nicht mal auf dem Campground. Unglaublich, kennen wir uns doch erst seit ein paar Minuten.

Am folgenden Tag ist … Waschtag! Um 11:00 Uhr ist schon alles erledigt und 50 Teile hängen auf der Wäscheleine. Leider lässt die Sonne noch auf sich warten und mit 18 Grad ist es recht kühl. Das bleibt auch den ganzen Tag so, trotzdem trocknet es recht gut.

Am Abend gehen wir zu Glen und Tasha und sitzen palavernd ganz gemütlich am Feuer. Glen ist 44 Jahre alt und Stuntman. Nebenher trainiert er Tiere für die Filmeinsätze, so z.B. seinen Hund und 2 Katzen. Mit seinem Hund Fini führt er uns einige Kunststückchen vor, z.B., wie er sich an etwas heran pirscht. Klasse! Tasha ist freiberufliche Buchhalterin. Die beiden haben ein großes Haus auf einem 5.000qm Grundstück in Holyrood bei St. Johns. Sie kommt aus Australien, wurde aber in Kanada geboren und hat somit auch einen kanadischen Pass. Beide sind auch viel gereist und so bekommen wir viele Tipps insbes. für Neufundland. Ein toller Kontakt, wir verstehen uns prima. Schade, dass die beiden in 2 Tagen schon wieder heim müssen, um zu arbeiten (was immer das ist …).
Als wir uns um 24:00 Uhr verabschieden, ist es für uns schon zu spät, um aus dem Park zu fahren, deshalb bleiben wir einfach hier stehen und zahlen am nächsten Morgen die Übernachtungsgebühr von 15 Can$.
Das erste mal nach 9 Wochen stehen wir über Nacht auf einem Camping …..

Am Tim Horton, wo sich unsere Wege trennen und wir noch einen Abschiedskaffee miteinander trinken, spricht uns noch ein Newfie an. Er habe uns zwei Tage lang auf der Burin-Peninsula gesucht und berichtet uns, wie toll es auf den Inseln an der Coast of Bays ist. Hans und ich beschließen, dass wir bei schönem Wetter doch noch einen Bootsausflug von Harbour Breton nach Rencontre East machen werden, das nur per Boot zu erreichen ist.

Nach 3 tollen Tagen im Provincial Park legen wir einen Fahrtag ein, wollen bis zum Terra Nova Nationalpark zurück, um dort Wally (Claudia) zu treffen. Sie ist ganz allein mit einem Toyota Jeep unterwegs, auch auf unserer Route (www.wildjourney.de). Wir verbringen einen netten Abend zusammen.

Den nächsten Tag verbringen wir an der Visitor Information (an einer wunderschönen Bucht mit Steg gelegen) und computern, was das Zeug hält.

Weiter geht es nach Gander. Auf dem Weg dorthin kommen uns auf dem TCH zwei Häuser entgegen. Jaja, hier zieht man auch schon mal mit seinem Haus (mobile home) um … oder lässt sich ein neues anliefern. Kein Wunder, dass diese so instabil sind und bei Sturm schon mal davonfliegen. Wir haben in Erfahrung gebracht, dass es hier keine Steine für den Hausbau gibt, so dass diese importiert werden müssten. Dadurch sei es enorm teuer, ein Haus aus Steinen zu bauen. Hinzu kommt, dass Mauerer hier pro Stein bezahlt werden und ebenso unerschwinglich ist. Aus diesem Grund gibt es hier fast nur Holzhäuser.

In Gander interessiert uns besonders das Aviation Museum. Doch wir müssen gar nicht erst hinein, denn die alten Flieger sind alle draußen geparkt. So sparen wir uns die 6 Can$ pro Person Eintritt.

Am Flughafen legen wir noch einen Zwischenstopp ein, da es hier am Terminal eine Ausstellung über die Fliegerei gibt. Kostenlos und sehr interessant.

Gander spielte früher eine ganz entscheidende Rolle in der Luftfahrt, da hier alle Flieger nach der Transatlantik-Überquerung zwischenlandeten, um zu tanken.
Auch am 11.9. war es ein extrem wichtiger Ort, da hier fast alle Flüge vom Nordatlantik herunter geholt wurden, als das Flugverbot über USA erteilt wurde. Auf Bildern sieht man hunderte Flieger ineinander geschachtelt am ganzen Flughafen verteilt geparkt.

In der Caféteria konnte ich diesem süßen Moose nicht widerstehen …

Am Abend stehen wir wunderschön an einer Bucht und genießen den Sonnenuntergang.

Dann machen wir uns auf den Weg auf die Connaigre Peninsula. Erster Zwischenstopp ist in St. Alban´s. Die Strecke ist mit 160 km ab dem Highway recht lang, aber sehr schön. Die Straße selbst ist ganz gut, hat hin und wieder allerdings einige km rough road.

Hier ist der James Cook Lookout, wo er 1763 ankam. Es gibt auch einige Infotafeln über ihn, z.B., dass man ihn angeheuert hatte um Neufundland zu kartographieren, was er innerhalb von 5 Sommern getan hat. Ganz interessant.

Nun geht es zu einem angeblichen Wasserkraftwerk in den Bergen. …….. gefunden …..am Wachhäuschen geht gleich mal die Schranke runter, als wir uns nähern. Hans schickt mich vor, um zu fragen, was das hier genau sei. Ein Wasserkraftwerk … ob wir eine Tour machen wollen (kostenlos!) … er fragt grad mal an… Schon hat er den Hörer in der Hand und 2 Minuten später sind wir mit Helm, Warnweste und Brille ausgestattet. Wir fahren 500m und halten am Hauptgebäude, wo wir schon erwartet werden. Dann werden wir 30 Minuten lang in einer Privatführung durch die Anlage geführt. Mit unserer Schutzkleidung schauen wir aus wie BOB, der Baumeister. Wir können in den Kontrollraum und schauen uns auch die Stromproduktion an. Sogar fotografieren ist hier erlaubt. Unglaublich. Wir sind schwer beeindruckt. Einerseits sind die Sicherheitsvorschriften so hoch, dass wir sogar darauf hingewiesen werden, uns in unserem Auto auf der Fahrt zum Hauptgebäude anzuschnallen und das Treppengeländer zu benutzen, andererseits können wir uns hier ALLES einfach anschauen.

Danach suchen wir das Airfield, das ebenfalls auf dem Straßenschild angeschrieben war (Hydro PowerPlant = 4 km, Airfield = 10 km). Komischerweise kann uns wieder keiner genau sagen, welche der gravel roads wir nehmen müssen. Wir bringen nur in Erfahrung, dass es nicht mehr genutzt wird. Doch wir finden es … es hängt gleich mal eine verschlossene Kette davor und ein Warnschild mit der Aufschrift „low flying aircraft“. Wir würden hier gerne mal mit Wombi über das Rollfeld fahren und auch übernachten, doch die verschlossene Kette ist zu offensichtlich. So machen wir nur einen Spaziergang über das Rollfeld.

Am nächsten Tag schüttet es zur Abwechslung mal wieder!!! Wir wollen nach Conne River, dem Ort der Miq´maq-Ureinwohner. Wir sind ein wenig enttäuscht, denn das Info-Center finden wir nicht mal. Am letzen Wochenende fand hier ein Powow statt, das ganz im Zeichen der Miq´maq steht. Doch da waren wir ja mit Wally im Terra Nova-Nationalpark verabredet … An diesem Wochenende ist in Grand-Falls – Windsor das Salmon-Festival, bei dem die Eagles auftreten … doch wir sind in Mc Callum verabredet. Für einige Events sind wir einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.

Die 100 Meter über das Wasser von Conne River nach Morrisville fehlen leider … und so müssen wir den ganzen Weg wieder zurück.

Nächster Stopp ist Harbour Breton, der größte Ort auf der Connaigre Peninsula Wir finden einen wunderschönen Platz in einer Bucht am Deadman´s Cove. Leider zieht Nebel auf und wir immer dichter, so dass wir die Bucht nur noch erahnen können. Der Wetterbericht jedoch verspricht für morgen strahlenden Sonnenschein bei 18 Grad. Sollte er doch mal recht haben …?

Und er hat recht! Wir beginnen den Tag mit einem herrlichen Spaziergang Hier gibt es sogar einen kleinen vorgelagerten Vogelfelsen.

Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg nach Hermitage, von wo aus wir morgen früh das Schiffchen nach Mc Callum nehmen wollen. Da es noch recht früh ist, als wir ankommen, machen wir noch einen Abstecher nach Seal Cove und weiter eine 12 km lange, z. T. recht schmale gravel road bis Pass Island. Eine traumhafte Strecke mit einem noch schöneren Stellplatz am Ende des Weges. Wir verbringen noch ein Stündchen in der Sonne, müssen dann aber leider zurück nach Hermitage, da wir morgen in Mc Callum verabredet sind. Ansonsten würden wir hier liebend gerne ein oder zwei Tage verbringen.

In Mc Callum werden wir Marion und Didi besuchen, die wir vor 4 Wochen in Burgeo kennen gelernt haben. Die beiden konnten kurzfristig ihr Haus dort verkaufen und sind nun seit ein paar Tagen in ihrem Haus in Mc Callum, das 80 Einwohner zählt und nur per Boot oder Wasserflugzeug/Hubschrauber zu erreichen ist.

In der Woche fährt das Schiffchen nur 1 Mal am Tag, heute am Sonntag aber glücklicherweise 2 Mal, so dass wir nach 6 Stunden! Aufenthalt am selben Tag wieder zurück fahren können (Fahrpreis Hin- und Zurück 9,40 Can$ pro Person). Ansonsten hätte der Ort sogar ein B & B (bei 80 Einwohnern … und 3 Touris im Monat).

Wir haben traumhaftes Wetter für die 90minütige Überfahrt und sehen am Morgen sogar Wale. Wir haben unsere letztens geschenkt bekommenen tiefgefrorenen Elch-Steaks und Heringe im Gepäck. Da die beiden nicht auf unseren Besuch vorbereitet sind gibt es heute diese Notlösung. In Mc Callum wird der Supermarkt nämlich nur montags vom Schiffchen beliefert. Bis zum Wochenende ist dann immer alles ausverkauft und fast nichts mehr zu bekommen. Zumal er am Sonntag dann auch geschlossen hat.

Nachdem wir uns gestärkt haben, machen wir einen Rundgang durch den Ort, der komplett am Felsen klebt und nur über Stege zu erlaufen ist. Wir sind überrascht, mit welcher Kreativität die Einwohner hier an ihrem Minigrundstück auch noch einen Gemüsegarten anlegen oder ein Huhn halten.
Ansonsten gibt es hier weder ein Café noch einen Dorfpub.

Als wir um 17:00 Uhr wieder in Hermitage eintrudeln, eilen wir noch nach Pools Cove.
Hier geht es am nächsten Morgen wieder auf ein Schiffchen. Diesmal Richtung Westen nach Rencontre East, ebenfalls nur per Boot oder Flugzeug zu erreichen. (Fahrpreis Hin- und Zurück 9,40 Can$ pro Person). Hier haben wir 5 Stunden Aufenthalt.

Der Ort (ca. 150 Einwohner) liegt traumhaft in einer kleinen Bucht. Die Sonne scheint, alles ist prima. Allerdings gibt es hier nicht wirklich viel anzuschauen. Nach einer Stunde haben wir jede Straße abgelaufen. Und das Café in der Fire Hall, das im Prospekt als „den ganzen Sommer über geöffnet“ beworben wird … ist natürlich geschlossen. So suchen wir uns auf einem Hügel ein ruhiges Bänkchen: Von Ruhe ist hier allerdings keine Spur. Gefühlt hat hier jeder Einwohner mindestens zwei Quads und knattert damit durch die Gegend. Hügel hinauf, Hügel hinunter … und dabei möglichst viel Gas geben, dass die gravel roads auch ordentlich Staub aufwirbeln und es so viel wie möglich lärmt. Davon sind wir ziemlich genervt.

Nach einer Stunde haben wir jeden Weg abgelaufen und suchen uns ein ruhiges Bänkchen (das einzige im Ort). Das Bus Stopp-Schild ist hier nicht so ganz ernst zu nehmen. Als wir so vor uns hin dösen, hält ein Quad neben uns. 3 Männer und ein kleines Kind darauf. Golfschläger und –bälle werden ausgepackt. Was mag das nun werden …??? Er legt den Golfball zurecht, nimmt seinen Schläger, holt aus … und schlägt ziemlich gekonnt bestimmt 200m ins Meer hinaus. Das wiederholt sich 10 – 15 Mal, dann sind die 3 (Spieler, Manager und Fahrer???) wieder verschwunden. Das haben wir sicher nur geträumt, oder? Wahrscheinlich haben wir hier den neuen Golf-Star gesehen und wissen es gar nicht.

Als nach 5 Stunden unsere Fähre zurück geht, haben wir zumindest einen ordentlichen Sonnenbrand auf dem Hirn.

Wir haben die Sonnentage gut genutzt für unsere Bootsausflüge, denn am nächsten Morgen ist es trübe, windig, regnerisch und der Wetterbericht meldet nur 15 Grad.
Das macht aber nichts, denn die 230 km Rückweg bis nach Grand Falls-Windsor kennen wir ja schon. Wir nutzen den Ort nur für einen Versorgungsstopp.

Danach geht es noch weiter bis Badger, wo wir an der Schule stehen bleiben (sind ja Ferien). Hier legen wir einen Wartungstag ein. Hans wechselt/dreht zwei Reifen (endlich was zu schrauben … ) während ich mal wieder gründlich putze und mich danach um die Homepage kümmere.

Am späten Nachmittag fahren wir los, um zu testen, ob die Reifen auch dicht sind. Wir haben beschlossen, die Baie Verte Peninsula nicht komplett abzufahren, sondern nur einen kurzen Abstecher auf Pilleys Island zu machen. An der Abzweigung in South Brook vom TCH halten wir am Straßenimbiss und gönnen uns eine riiiieeesige Portion home made Pommes für 5,95 Can$. ….super Lecker. Die waren so schnell verputzt, dass wir nicht mal ein Foto machen konnten.

Am nächsten Tag geht es weiter über Roberts Arm, Triton und Brighton auf Pilley Island, wo wir entscheiden, die 5-Minuten-Fähre nach Long Island zu nutzen. Leider kommen wir ein paar Minuten zu spät und müssen deshalb 2 Stunden lang auf die nächste Fähre warten.

Auf Long Island finden wir einen suuuper Platz am Beaver Pond, wieder ganz für uns allein. Mit Beach, Picknickplatz … wenn nur diese Mücken nicht wären … Eine hübsche Insel, für die sich die Überfahrt auf jeden Fall gelohnt hat.

Am nächsten Tag auf dem Weg zur Fähre landen wir in einem Autokorso. Wir nehmen zunächst an, dass es sich um eine Hochzeit handelt. Dann aber bekommen wir die Info, dass an diesem Wochenende Long-Island-Day ist und dass wir mitten in der Parade gelandet sind. Diese bestand allerdings nur aus einem Feuerwehrfahrzeug, der Ambulanz, zwei geschmückten Privatwagen und 7 weiteren Wagen, die hupend hinterher fuhren. Und wir (unwissend) als Besenfahrzeug 😉
Plötzlich drehten die um und fuhren wieder zurück ……

Da es morgen regnen soll, heben wir uns den Fahrtag auf dem TCH (Trans-Kanada-Highway) bis Deer Lake für morgen auf und verbringen den heutigen Nachmittag noch auf einem Seitenarm der Baie Verte.

In Little Bay bleiben wir stehen. Da Hans vergessen hat, Zigaretten zu kaufen, kommen wir auch gleich in Kontakt mit den Anwohnern. Wir fragen nach einem Tante-Emma-Laden, den es in diesem 103-Einwohner-Nest natürlich nicht gibt. Hans bekommt von der (rauchenden) Dame des Hauses gleich eine ganze Schachtel geschenkt, obwohl wir ihr nur 2 -3 Stück abkaufen wollten. Und sofort sind wir auf ein Bier auf die Terrasse eingeladen. Hier verbringen wir einen netten Abend und bekommen die neuesten Infos, bevor wir zu unserem Nachtplatz an der 100m entfernten Beach zurückgehen.

Am nächsten Tag geht es auf den Highway nach Deer Lake. Hier sehen wir sogar noch einen Elch am Straßenrand stehen.

In Deer Lake ist an diesem Wochenende Strawberry Festival. Allerdings sollen wir hier schon 6 Can$ Eintritt pro Nase zahlen, um überhaupt an die Fressbuden zu kommen. Das ist nichts für uns. Wir verschwinden so schnell, wie wir gekommen sind und machen uns auf den Weg ins Humber Valley.

In Petries bleiben wir im Yachthafen stehen und verbringen eine ruhige Nacht. Bei schönstem Wetter verlängern wir unseren Aufenthalt um einen weiteren Tag.

Weiter geht es nach Lark Harbour, ganz am Ende des Humber Valley Fjords. Eine super Idee, denn der Weg dorthin ist wirklich wunderschön und erinnert uns an Norwegen.

In Lark Habour nutzen wir mal wieder unseren Day-Pass für den Provincial Park. Da wir hier keine ausgewiesene Day-Area sehen, stellen wir uns in eine der Camping-Buchten, die hier im Wald immer viel Sichtschutz bieten. Ich mache mich gleich mal an die Wäsche. Als ich vom Füttern der Waschmaschine wieder zurück komme, hat Hans beschlossen, das Auto zu waschen. Die Wäsche und die Wäsche beschäftigen uns den ganzen Nachmittag.

Für die Nacht haben wir uns einen Stellplatz 3 km außerhalb ausgeguckt, wo wir für die Strapazen des Tages mit einem außergewöhnlich schönen Sonnenuntergang belohnt werden.

Gleich am Morgen fahren wir wieder in den Provincial Park. Inzwischen haben wir erfahren, dass die Day Park Area erst nach dem Campground direkt an der Beach ist.

Wunderschön. Wir sind ganz allein hier, frühstücken gemütlich und gehen dann einen kleinen Trail Richtung Berg. Dass wir über 1.200 Treppen steigen müssen, stand nirgendwo. Dafür haben wir von oben eine super Aussicht auf Lark Harbour. Als wir nach einer Stunde wieder unten ankommen, kommt doch tatsächlich ein Reisebus um die Ecke…

Im Ort steht das Schiff aus dem Film Outlander, der hier zum Teil gedreht wurde.

Hans hat auf dem Weg hierher eine Firma gesehen, die für Fiberglas wirbt. Wir wollen für Labrador Schutzscheiben vor die Windschutzscheibe und die Scheinwerfer haben. Der Besitzer kann uns zwar nicht weiter helfen, verweist uns aber an eine Firma in Corner Brook. Diese finden wir auch auf Anhieb. Die Schutzscheibe für die Windschutzscheibe aus Lexan würde uns 280 Can$ kosten. Das ist uns zu teuer. Aber immerhin bekommen wir ein paar Reststücke für 10Can$, die Hans für die Scheinwerfer zurechtschneiden kann. Für knapp 1.000 km Schotterpiste auf dem Trans-Labrador Highway sicher nicht verkehrt. Denn alle uns bis hierher bekannten Fahrzeuge (die sind irgendwie alle schneller) standen nach 1800 km mit defekter Frontscheibe da.

Nun geht es endlich Richtung Gros Morne Nationalpark. Wir kommen am Marble Mountain, dem Skigebiet Neufundlands vorbei.

Vom Gros Morne Nationalpark sind wir zunächst einmal enttäuscht. Zu verwöhnt sind wir von anderen Reisen zB. Norwegen. Zum Glück sind die 9,80 Can$ Tagespreis pro Person in unserem Kanada-Pass enthalten. Da es schon nach 18.00 Uhr ist, suchen wir nur noch einen Stellplatz. Fündig werden wir allerdings erst in Birchy Head, was außerhalb des Nationalparks liegt. Hier stehen wir an der Beach und werden von einer netten Frau informiert, dass wir hier die Feuertonne nutzen dürfen. Das lassen wir uns nicht zwei Mal sagen.

Während wir am Feuerchen sitzen, setzt die Flut ein. Da es hier gaaanz flach ist und wir auch keinen Wellengang haben, können wir beobachten, wie das Wasser zuerst ganz laaangsam zentimeterweise heran kriecht und dann immer schneller fließt. Innerhalb von 30 Minuten ist der komplette Strand (viiiel Strand) wieder unter Wasser.
In der Nacht schüttet es dann wie aus Eimern.

Am nächsten Tag versinkt Gros Morne im Nebel.

Wir machen noch einen Abstecher nach Woody Point. Ein netter Ort, der mit seiner kleinen Waterfront sogar mal ein wenig Tourismus bietet.

In dichtem Nebel fahren wir danach bis Trout River. Hier soll man angeblich eine 2stündige Bootsfahrt auf dem Trout River Pond machen können. Am See gibt es keine weiteren Infos, sondern nur eine Hütte, in der zwei Picknickbänke stehen. Von den Bootstouren ist nichts zu sehen. Doch mal abgesehen vom Wetter wäre dies auch gar nicht möglich, da das Schiff seit 2 Jahren auf dem Trockenen im Nachbarort liegt. Aktuell gibt es nur noch Zodiac- oder Kajak-Touren.

Am Abend bleiben wir auf dem Parkplatz stehen. Gegen 23:00 Uhr, wir sind gerade eingeschlafen, klopft es an der Tür. Security vom Nationalpark. Er ist ganz nett, drängt uns aber, den Platz zu verlassen, da wir ein Ticket bekommen würden, wenn die Ranger vorbei kommen. Wir könnten hier nicht übernachten. Wir versprechen zu fahren und er verzieht sich wieder. Wir sind nicht sicher, wie ernst das gemeint ist. So fahren wir 1 km in den nächsten Ort, der NICHT zum Nationalpark gehört und bleiben hinter einem leeren Neubau stehen. Die Nachbarn, die uns zwar noch wahrnehmen, stören sich nicht an uns. Das war das erste Mal in 3 Monaten, dass wir (freundlich) vertrieben wurden.

Die Südhälfte des Nationalparks hat uns nicht viel gegeben. Also weiter in die Nord-Hälfte nach Norris Point. Wie in Woody Point, ist auch hier ein wenig touristisches Flair. Ein netter Ort.

In Rocky Harbour finden wir unseren Nachtplatz am Lighthouse. Gerade angekommen, bildet sich auch schon eine Menschentraube um uns herum. Komischerweise sprechen plötzlich alle mehr oder weniger gut deutsch. Ein ukrainisches Paar, das 2 Monate lang in einer Gruppe mit 30 Airstream-Wohnmobilen in Neufundland unterwegs ist, ein deutsch-kanadisches Paar, wo er aus BC kommt, zwei Oldtimer-Fans … Der Leuchtturm rückte kurzfristig in den Hintergrund.

Die Sonne kommt noch einmal heraus und wir erleben einen sehr schönen Sonnenuntergang. Wir hoffen, dass wir hier heute Nacht nicht wieder vertrieben werden …

… und verbringen eine ruhige Nacht. Allerdings beginnt am Morgen der Regen. Wir schauen uns noch den Leuchtturm an und fahren dann aus dem Gros Morne Nationalpark heraus Richtung Norden. Der Wetterbericht verspricht für die nächsten 3 Tage Regen und Abkühlung bis auf 12 Grad….. also Fahrtage ins Niemandsland gen Norden.

Nächster Stopp ist Port aux Choix. Wir brauchen wegen stundenlangem Sturzregen den ganzen Nachmittag bis hierher. Am Leuchtturm legen wir eine Kaffeepause ein. Es schüttet! Wir pilgern einmal durch den Ort und machen uns dann am bereits geschlossenem Visitor Center breit (WiFi). Das Museum gibt nicht so wirklich viel her. Es geht um die ersten Einwohner Neufundlands vor bis zu 9.000 Jahren.

Interessantere Infos gibt es in den French Rooms, deren Museum kostenlos ist. Hier gibt es Infos über die Umsiedlung der Outpoorts in den 60er und 70er Jahren. Die ersten Familien bekamen 300 Can$, später dann 3.000 Can$ (heute ganz aktuell stehen 250.000 $ im Raum, so haben wir von unseren Bekannten im Outport McCallum erfahren). Einige Familien haben sogar ihr ganzes Haus über den Fluss gebracht,( schwimmend gezogen ) um wieder ein Dach über dem Kopf zu haben.

Gegen Mittag fahren wir weiter gen Norden. Während daheim in Deutschland bis zu 40 Grad Hitze herrschen, haben wir hier am Nachmittag noch 9 Grad und strömenden Extremregen.

Wir nutzen den Regennachmittag in St. Anthony und füllen noch einmal die Vorräte auf, bevor wir nach Labrador übersetzen, wo es vermutlich alles noch teurer sein wird.

Am Abend stehen wir in Goose Cove, ganz am Ende des Ortes.

In St. Lunaire sehen wir dann doch noch die Reste von Eisbergen. Da wir so lange im Süden herumgetrödelt haben, kommen wir nun leider fast zu spät.

In L´Anse aux Meadows ist an diesem Wochenende Wikinger-Festival. Hier kam Leif Ericsson vor 1.000 Jahren an und aus diesem Anlass wurde hier heute eine Statue enthüllt.

Wir gehen in das Restaurant Norseman gegenüber und fragen, ob wir uns nur auf ein Bier hereinsetzen dürfen. Heute gibt es nämlich Live-Musik. Und was für welche. Echte Newfie-Musik. Der Mann, der selbst wie ein Wikinger ausschaut, hat eine Super-Stimme, singt einige typische Newfie-Folk-Songs und dann von seiner eigenen CD. So lassen wir den Abend ausklingen. Außer uns ist im Restaurant hauptsächlich die „Wikinger-Truppe“ vertreten, die für das Festival und die Enthüllung der Statue zuständig ist.

Als wir die Rechnung verlangen, dauert es eine Weile, bis die Bedienung wieder herauskommt und sagt, dass das mit auf die „Wikinger-Rechnung“ gehe. Wir bedanken uns und freuen uns über den gelungenen Abend.

Wir übernachten am Wikinger-Center, obwohl hier ein Camping-Verbot ausgeschildert ist. Da wir uns aber morgen früh die Ausstellung anschauen wollen, übersehen wir das Schild großzügig.

In der Ausstellung erfahren wir, dass Leif Ericsson über Island und Grönland gesegelt ist. In L`Anse aux Meadows hat man insbesondere nach Holz Ausschau gehalten. Die Wikinger waren nur für einige Jahre hier, danach wurde das Lager wieder aufgegeben. Draußen gibt es einige wieder aufgebaute Grassoden-Hütten, in denen Personen in entsprechender Kleidung das Leben zu der Zeit nachstellen. Hans hat keine Lust mehr darauf, so gehe ich allein und mache einige Fotos. Als Hans diese am Abend anschaut, stellt er fest, dass der Wikinger, der so fleißig beim Weben hilft, der Sänger von gestern Abend ist.

Danach schauen wir uns noch den ausgestopften Polarbären im Heritage Center an, der vor ein paar Jahren auf einer Eisscholle hier im Ort angekommen ist.

Den Nachmittag verbringen wir an der herrlichen Beach des Pistolet Provinicial Park bei strahlenden Sonnenschein und wieder 27 Grad.

In Raleigh machen wir einen Abstecher zum Burnt Cape Ecological Reserve. Pflanzen sind eigentlich nichts für uns, aber wir sehen einen Weg, der auf einen Hügel hinauf geht. Und ein Verbotsschild gibt es auch nicht. Man darf nur nicht vom Weg abweichen, auf die Pflanzen treten, diese pflücken, Müll abladen etc. Der Weg schlängelt sich noch 5 km dahin und die Landschaft ist atemberaubend. Zum Teil kahle Mondlandschaft, zum Teil mit Sträuchern, Moosen und Pflanzen bewachsen, dahinter 75 m hohe Klippen … unglaublich schön. Etwa 300 verschiedene Pflanzen-Sorten sollen hier wachsen, davon über 30 sehr seltene Pflanzen. Und das auf 480 Millionen Jahre altem Sandstein. Die Sonne scheint, obwohl dies Neufundlands kühlster Ort sein soll. Und Wale gibt es auch noch dazu. Was wollen wir mehr.

Auf dem Weg habe ich immer wieder Kartoffel- oder Gemüsegärten am Wegesrand gesehen. Da die Gärten am Haus entweder recht klein sind oder so steinig, dass wahrscheinlich nichts wächst, sucht man sich ein Stück Garten am Straßenrand. Jeder scheint hier zu wissen, wem welcher Fleck gehört

Am Cape Norman, dem nördlichsten Punkt Neufundlands, stehen wir noch einmal wunderschön am Leuchtturm. An unserem letzten Abend in Neufundland werden wir mit einem sagenhaften Sonnenuntergang verwöhnt, bei dem sich die Wale vor unserem Fenster tummeln. Was für ein Abschluss, nachdem es hier vor genau 8 Wochen bei Regen, Nebel und Kälte begann.

Am nächsten Morgen geht es früh los, da wir noch 130 km bis zur Fähre haben. Die Straße ist recht gut, und so sind wir schon nach 2 Stunden in St Barbe. Die Fähre geht um 13:00 Uhr, kostet für Wombi und uns beide 39 Can$. Nach 90 Minuten kommen wir in Blanc-Sablon an.

Später bekommt Hans noch eine eigene Rubrik mit Fotos, die nicht in meinen Text passen 😉

Reiseverlauf in Neufundland („click“ zum Vergrößern)

Allgemeine Infos

Aktueller Wechselkurs: 1 € = 1,35 Can$

Wir sind noch immer erstaunt über die kanadischen Wälder. Riesige Flächen sind mit Birken, Tannen und Fichten bedeckt. Allerdings so dicht beieinander, dass sie weder besonders hoch noch kräftig werden. Oft sind es nur dünne Stämme, aus denen oben eine Minitanne herauswächst. So sehen wir Massen von abgestorbenen Bäumen. Der Wald wir hier sich selbst überlassen, während man bei uns wahrscheinlich jeden 2. Baum herausschneiden würde. Aber wer soll das hier bei dieser riiiiesigen Fläche machen …?

Mit dem Diesel hier haben auch wir erhebliche Probleme. Der Motor macht richtige Klappergeräusche und hat Leistungsverlust.. Hans schüttet bei jeder Tankfüllung ein Additiv und Zwei-Takt-Öl dazu. Inzwischen haben wir herausgefunden, dass Irving Petrol extrem schwefelarm ist und das Diesel von Ultramar am besten für uns ist.
Verbunden mit der bei jedem Tanken angewendeten Arzneimischung läuft die Kiste jetzt wieder wie ein Kätzchen, sagt Hans.

Zum Lebensmittel-Einkaufen gehen wir am liebsten zu Sobeys und Dominion. Beide sind sehr gut sortiert und haben auch sehr gutes Brot. Hin und wieder kann man ein 50% Schnäppchen machen bei Lebensmitteln, die kurz vor dem Ablaufdatum sind. Dann kostet ein Camembert nur noch 5 statt 10 Can$. Ansonsten wälzen wir hier aufgrund des hohen Preisniveaus die wöchentlichen Angebotsblätter. Insbesondere Toilettenartikel, z.B. Toilettenpapier, empfinden wir hier als extrem teuer. Dies kauft man am besten im Drugstore (auch wenn es in Deutschland eher teurer ist, in der Drogerie zu kaufen).
Walmart empfinden wir eher als „Ramschladen“, der aber alles im Angebot hat. Bei den Lebensmitteln ist das Angebot eher einfach und sehr eingeschränkt (kein Obst & Gemüse) und auch nicht billiger als die gehobenen Supermärkte.
Dollarama entspricht unseren 1 €uro Läden und hat alles, was man sonst nirgendwo bekommt, ab 1 Can$. Bis hin zu einem guten Keksangebot.
Canadian Tyre hat alles, was der Auto-Schrauber benötigt bis hin zu sämtl. Outdooraktivitäten und Schuhbändern.
Homedepot entspricht unseren Baumärkten und ist ebenfalls sehr gut sortiert.

Die Mücken empfinden wir in diesem Monat als äußert lästig, egal ob Moskitos, Black Flies oder No-See-Ums. Die einen stechen, die anderen pieken oder beißen… Sobald die Sonne scheint und der Wind nachlässt, sind wir die Opfer. Wir sind total zerstochen und haben dicke, juckende Beulen.

Nach 3 Monaten sind wir nun im Dauer-Urlaub angekommen. Während wir anfangs noch möglichst viel in kurzer Zeit sehen wollten, sagen wir uns jetzt immer öfter „Wir haben doch Zeit!!!“ Wo es uns gefällt bleiben wir ohne schlechtes Gewissen länger stehen und trödeln herum.

Wir hatten für Neufundland 2-3 Wochen geplant. Dass es hier allerdings sooo viel zu sehen gibt und die Landschaft in jeder Ecke wieder ganz anders ist, hat uns nun 8 schöne Urlaubswochen beschert. In dieser Zeit haben wir uns vollkommen an die Lebensweise der Newfies gewöhnt. Wir fühlen uns hier unglaublich sicher. Nachts bleiben die Vorhänge im Fahrerhaus geöffnet und auch der Durchstieg bleibt unverschlossen Ist es warm, haben wir alle Fenster geöffnet und denken uns gar nichts dabei. In Labrador wird das sicher auch noch so sein, aber sobald wir nach Quebec und in die Städte kommen, müssen wir uns wieder umstellen.

Auch der Verkehr ist unglaublich ruhig. Alles fährt langsam, es gibt kein Gehupe und auch Pannen oder Verkehrsunfälle haben wir kaum gesehen. Als Fußgänger ist man hier besonders sicher. Sobald man sich nur der Kante des Bürgersteigs nähert oder stehen bleibt, kommt gleich der komplette Verkehr zum Stillstand.
Nur an die LKWs, die hier nach gefahrenen km bezahlt werden, haben wir uns noch immer nicht gewöhnt. So werden wir häufig mit über 100 km/h von diesen überholt. Und das, wo wir doch so gern ruhig dahinpilgern, um alles zu sehen…

Wir haben herausgefunden, dass die Orte in den Nationalparks nicht wirklich zum Nationalpark gehören, so dass wir hier immer einen wunderschönen Stellplatz gefunden haben. Es war also nicht nötig, auf einen der überteuerten Campgrounds im Nationalpark zu fahren.

2 Gedanken zu „1.7. – 30.07.2013 – Neufundland Teil II – 3.849 km

  1. Bert

    Sie fahren die Strecke die wir uns nechstes Jahr geplant haben. Sagen sie hallo von uns, wir kommen auch mall vorbei 🙂

    Antworten
  2. Icelandbus 1.1

    Wir sind zurück aus unserem nur 3 wöchigem Urlaub. 😉
    Haben an Euch gedacht als wir in Poldhu am Marconi Center waren. Vor zwei Monaten (Juni) wart ihr in der Nähe von St. John’s auf der anderen Seite dieser drahtlosen Verbindung.
    Schön zu lesen, dass Ihr nun richtig im Urlaub (in der Auszeit) angekommen seit.
    Weiter schöne Erlebnisse! 🙂

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